Auf dem 35c3 im Dezember hatte ich die Möglichkeit, einen Lightning Talk zu halten. Dieser Post ist mehr oder minder ein kleiner Erfahrungsbericht und meine persönlichen Take-aways für zukünftige Vorträge. Das Thema des Vortrags war mein erster Blog-Beitrag hier: Software-Barrierefreiheit: So what?

Stattgefunden hat das Spektakel im Saal Borg - dem zweitgrößten des 35c3. Der Raum war im Vergleich zur Lightning-Talk Session des Vortags ziemlich gut gefüllt. Fünf Minuten vor meinem Vortrag stand ich schon von meinem Platz in der ersten Reihe auf und wartete an der Seite der Bühne auf den Aufruf meines Vortrags, wobei ich ziemlich angespannt war. Niemals zuvor habe ich einen Vortrag vor so vielen Menschen gehalten und bin dankbar, das auf einem Chaos Communication Congress erlebt haben zu dürfen.

Mein Talk wird aufgerufen, nach dem der Vorredner, dessen Vortrag ich in meiner Anspannung leider keine Beachtung schenken konnte, die Bühne verließ. Ich betrat die Bühne und legte gleich ersteinmal damit los, das Publikum darüber aufzuklären, dass der folgende Vortrag auf Deutsch sein würde - auf Englisch. Zugegeben, es war vielleicht nicht die beste Idee, die Vortragssprache Tags zuvor noch zu ändern, die unterstützenden Folien aber in Englisch zu belassen. Ich dachte mir, dass ich die deutsche Sprache ein wenig besser beherrsche als die Englische und somit einige Informationen mehr unterbringen könnte. Habe mir da selbst ziemlichen Druck gemacht, so viel wie möglich und so gut wie möglich rüberzubringen. Jetzt im Nachhinein kann ich aber sagen - dank dem selbstkritischen Blick auf die Aufzeichnung - dass das in diesem Ausnaß nicht hätte sein müssen und ich beim nächsten Mal weniger aufgeregt sein brauche und mich auf meine Vortrags-Skills verlassen kann - und den Talk auch auf Englisch hätte geben können.

Die Bühne war dann zu meiner Überraschung so ausgeleuchtet, dass ich vom Publikum nichts sehen konnte. Ich blickte komplett ins Schwarze, sah nur die Spitze des Timekeepers und im Ansatz meine Folien auf dem kleinen Monitor. Die Winkekatze fiel mir überhaupt nicht auf - erst während der Aufzeichnungen. Auf dem Rednerpult fand ich den Clicker und ein Druckerzeugnis vor, die ich mir aber beide nicht genauer ansah, da mir dazu wahrscheinlich die Zeit gefehlt hätte.

Apropos Zeit, habe ich schon erwähnt, dass die wahnsinnig schnell verging? Fühlte sich überhaupt nicht nach fünf vollen Minuten an, sondern mehr wie eine einzige.

Also gut - Vortrag gehalten - Applaus bekommen, für meine Verhältnisse sehr viel, wieder mehr als sonst. Fühlte sich sehr gut an. Kann ich jedem nur empfehlen, der irgendetwas kurz zu präsentieren hat. Eine sehr lohnende Herausforderung, wenn man mich fragt.

Liste aller Verbesserungsvorschläge für das nächste Mal

  • Vortrag auf Englisch halten, wenn das Publikum international ist!
  • Langsamer sprechen, um den Übersetzern die Arbeit und dem Publikum das Zuhören zu erleichtern! (Danke an das VOC und alle Übersetzungsengel, übrigens! <3) - auch, um die unzähligen “äähms” zu vermeiden.
  • Lieber auf einen Teil der Informationen verzichten, um die wichtigsten Dinge ausführlicher und besser erklären zu können!
  • Vor dem Vortrag einen Blick auf die Bühne und die Lichtbedingungen vom Rednerpult aus erhaschen!